Lernspiel-Apps

Hallo ihr Lieben,

ich werde oft in meinem  Alltag  von pädagogischen Fachkräften und Eltern gefragt, woran erkenne ich gute Lern-Apps für  Kinder?, Was muss ich beachten?, Ab wieviel Jahren? Wie lange dürfen Kinder spielen?  Lernen die Kinder da was? 

Kleinkinder begeistern sich schon früh für digitale Geräte. Sei es das Wischen auf dem Tablet oder dem Drücken auf dem Smartphone. Kinder sind neugierig und probieren sich gerne aus, so auch bei Mobilgeräten. Es fasziniert sie, dass sich durch ihre Interaktion mit dem Gerät etwas verändert. Dies macht sie neugierig auf mehr.

Zunächst sollten Lern-Apps einige Kriterien erfüllen bevor man sie sich installiert oder ggf. kauft. Daher ist bei jeder Unterhaltungsapps darauf zu achten, dass es keine Reizüberflutung, Werbung, ungewollte In-App Käufe oder sinnlose Inhalte vorhanden  sind.

Kriterien für Lern-Apps

Welche Kriterien und Fragen eine kindgerechte Lern-App erfüllen sollte, zeige ich euch anhand der Kinder-App derElefant vor.

Kurz zur App: Die Elefanten-App gibt es für Android und iOS und kann kostenlos auf dem Smartphone und Tablet heruntergeladen werden. Die App ist für Kinder ab zwei Jahren geeignet. Sie wird vom Westdeutschen Rundfunk betrieben.

Diese App zeigt worauf man bei einer kinngerechten Lern-App achten soll und wie man dies auf andere Unterhaltungsprogramme auf Tablet und Smartphone anwenden kann. Die nachfolgenden Fragen sollte sich jeder grundsätzlich stellen.

1. Ab welchem Alter ist die App?

Zu allererst sollte bei der Auswahl einer Kinder-App auf die Altersfreigabe geachtet werden. Diese findet man auf der Detailseite jeder App im jeweiligen App-Store. Zudem erhält man bei der Detailseite einen Einblick, wie andere Benutzende die App bewertet haben.

Die Altersfreigabe ist jedoch keine Garantie, dass die App für Kinder sinnvoll und geeignet ist. Es sollte ebenfalls auf den Inhalt und die Bedienung einer App geachtet werden.  Die Bedienung einer App soll intuitiv, leicht und verständlich sein, besonders für Klein- und Vorschulkinder ohne Lesekenntnisse.

Die Kinder sollen beim Spielen Spaß haben und dadurch motiviert werden. Zudem werden sie gleichzeitig gefordert und gefördert. Jedoch ohne Überforderung, daher ist es wichtig den Entwicklungsstand der Kindes vor Augen zu halten. Da es sonst zu einer zu hohen Herausforderung für die Kinder wird und sie den Spaß am Lernen verlieren. Eine kinderfreundliche App sollte die Kinder ansprechen, daher sollte sie  freundlich und farbenfroh gestaltet sein. Darüber hinaus sollte sie übersichtlich und klar strukturiert sein, damit sich Kinder zurechtfinden. Es ist darauf zu achten, dass die App nicht reizüberflutet und die Inhalte altersgemäß sind. Dazu zählen neben den visuellen Inhalten ebenso Sprache, Töne und Melodien.

In diesem Bild seht ihr das Einstiegsmenü von DerElefant auf dem Tablet. Dieses ist ein sehr gelungenes Beispiel für Übersichtlichkeit und intuitive Bedienbarkeit, wie ich finde. Es sind sechs Bereiche aus denen man wählen kann. Die Symbole wurden übernommen aus der Sendung mit dem Elefanten, so dass die Kinder in der App eine Wiedererkennung vorfinden.

Der Hintergrund ist in einem beruhigenden Blau  gestaltet, ansprechend und freundlich, aber nicht unruhig oder überfrachtet. Die jeweiligen Bereiche sind durch farbenfrohe Kästchen abgegrenzt und heben sich vom Hintergrund ab.

2. Frei von Werbung und In-App-Käufen?

In einer Lernspiel-Apps für Kinder ist Werbung ein NO-GO. Neben der unnötigen Ablenkung und Reizüberflutung, werden Kinder durch Werbung psychologisch beeinflusst. Eine gute Kinder-App zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass sie frei von Werbung ist.

In-App-Käufe sind ebenfalls nicht ideal. Eltern können sich daher auf ihrem Mobilgerät für unerwünschte In-App-Käufe absichern. Dies ist vor allem für Kinder-Apps empfehlenswert und für die generelle Nutzung mit Kindern. Kinder werden durch die Möglichkeit vom freischalten neuer Spielinhalte ebenfalls psychologisch beeinflusst.

Die Lernspiel-App derElefant ist vollständig werbefrei und es gibt keine In-App-Käufe.

In der Elefanten-App gibt es verschiedene Spiele, die man erkunden kann.

Hinter dem Kästchen mit dem Hasen befindet sich das Spiel „Sterne sammeln“ (im obigen Bild zusehen). Bei diesem Spiel kann man sich zwischen zwei Schwierigkeitsstufen entscheiden: leicht und schwer.  Die Kinder fliegen gemeinsam mit dem Elefanten über den Wolken und können Sterne einfangen. Jedoch muss man den jeweiligen anderen Gegenständen ausweichen, da sonst die Blase, in der sich der Elefant befindet, platzt.

3. Gibt es einen Elternbereich?

Ein geschützter Elternbereich ist bei Apps für Kinder relevant, da es  sich um grundlegende Einstellungen an der App geht oder ggf. ein Benutzerkonto zu verwalten ist. Zudem wenn es Abo-Funktionen, In-App-Käufe oder persönliche Daten gibt, können diese hier verwaltet werden. Es ist wichtig, dass dieser Bereich klar abgegrenzt ist.

Wenn man zur Elternübersicht in der App derElefant gelangen möchte, kann man dies durch einen Klick auf den Informationsknopf erreichen. Dieser befindet sich oben rechts.

Über den Button „Elterninfo“ erhält man eine kurze präzise Zusammenfassung der Angebote.

Auf dem Button mit dem Wecker können Eltern festlegen, wie lange ihre Kinder diese App benutzen dürfen. Nach Festlegung der Zeitspanne, läuft der Wecker. Nach der Hälfte der vergebenen Zeit ertönt ein Signal und die Kinder werden darüber informiert, dass die Zeit zur Hälfte abgelaufen ist. Nach Ablauf der Zeit verfärbt sich das Bild und es ertönt ein Signal worüber die Kinder informiert werden, dass nun die Spielzeit vorbei ist. Jedoch schließt sich die App nicht automatisch, dies müssen die Eltern manuell durchführen. Das ist ein kleines Manko, da die Kinder in der Elefanten App nach Ablauf der Zeit weiterspielen können, falls die Eltern nicht eingreifen.

Bei den Optionen Impressum, Datenschutz und Urheberrecht wird ein Dreiziffern Code eingefordert. Die Zahlen sind ausgeschrieben, so dass  Kinder im Alter von 2 Jahren, für die diese App konzipiert wurde, die Zahlen in der Regel nicht lesen können. Dieser Code wird daher eingefordert, da man zur Internetseite dieser App gelangt.

Die wichtigsten Nutzungsregeln für Kinder-Apps

Neben der kritischen Auswahl erfordert der digitale Spielspaß mit Apps auch eine verantwortungsbewusste Nutzung.

1. Download und Installieren

Der App-Store oder Play-Store ist kein „Ort“ für Kinder. Diese wären mit der Vielfalt an Spielen und Angeboten überfordert und es würde zu einer Reizüberflutung kommen. Zudem sind diese Plattformen nicht werbefrei und kindgerecht aufgebaut. Daher sind Download-Vorgänge und Installationen grundsätzlich Elternsache. Die Apps sollten im Idealfall vorher von Eltern eigenständig überprüft und getestet werden.
Die Download-Plattformen sollten durch eine Passworteingabe oder Touch ID gesichert werden, damit Kinder nicht die Möglichkeit haben eigenständig aktiv zu werden.

Unter den beiden folgenden Links findet ihr die Lernspiel-App derElefant zum Download im App-Store (Apple iOS) , wie auch zum Download im Google Play-Store (Android) .

2. Teamwork : Gemeinsames ausprobieren 

Nach einer ausgiebigen Überprüfung und Testphase durch die Eltern, heißt es anschließend gemeinsam testen. Eltern sollen ihre Kinder bei der Bedienung einer App immer begleiten.

In diesem Bild ist die digitale Schatzsuche zu sehen. Diese ist im Einstiegsmenü hinter dem Kästchen mit der Schatztruhe versehen. Die Kinder werden bei diesem Spiel sprachlich vom Elefant und Hase begleitet. Kinder können zusammen mit anderen Kinder die Schatzkiste suchen, die unter einem Sandhaufen vergraben ist. In der Schatzkiste warten spannende Überraschungen.

Ein weiteres Spiel was sich gut mit mehreren Kindern umsetzten lässt nennt sich „Wo steckst du Elefant?“ Die Kinder können sich gemeinsam mit anderen auf die Suche nach dem Elefanten machen. Dazu kann das Tablet oder Smartphone in der Wohnung oder auch Draußen im Garten versteckt werden. Anschließend heißt es gut hinhören und den Geräuschen vom Elefanten folgen. Die auditive Wahrnehmung wird bei diesem Spiel gefördert.
Weitere Spiele sind:

  • Blumenspiel (Blumen zum Wachsen bringen)

  • Sterne sammeln

  • Fantasiemobile (Malen mit einer kleiner Kurzgeschichte)

  • Licht für den Mond (Helfe Elefant und Hase Glühbirnen zu sammeln)

  • Labyrinth-Spiel (Elefant und Hase haben Hunger)

In der App gibt es die Möglichkeit sich 13 unterschiedliche Film-Kategorien anzusehen. Diese Filme befinden sich alle in der App, so dass man nicht auf eine externe Mediathek umgeleitet wird.

Es werden die schönsten Lach-und Sachgeschichten aus der „Sendung mit dem Elefanten“ präsentiert. Darüber hinaus werden kleine Spots mit dem Elefanten und Hasen vorgeführt. Tanja und André zeigen einfache Spiele und Experimente zum Nachmachen. Dazu gibt es spannende Geschichten über Tiere, Lieder und Rätsel zu entdecken. Ebenfalls zu finden sind kleine Kurzfilme vom kleinen Maulwurf, Bodo der Siebenschläfer, Charlie und Lola und Shaun das Schaf. Zudem gibt es Filme mit Anke Engelke, die in der Elefantenwelt ihre eigene Wohnung hat und ganz viel Quatsch macht.

Bei diesem Angebot ist es wichtig, dass die Eltern mit dabei sind und ihre Kinder begleiten. Die Filme haben eine unterschiedliche Länge und könnten zur Reizüberflutung und Überforderung führen.

3. Wie lange dürfen/sollen Kinder spielen?

Die World Health Organisation (WHO) empfiehlt, dass Kinder im Alter zwischen dem 2. und 4. Lebensjahr maximal eine Stunde am Tag digitale Medien nutzen sollten. Wenn man jedoch auf die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung schaut, empfiehlt diese 30 Minuten am Tag als Höchstdosis für Kinder zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr. Aus Medienpädagogischer Sicht denke ich, dass ein Zwischenmaß aus beiden Empfehlung sinnvoll ist. Zudem sollten Eltern beachten, dass Unterhaltungsapps und Lernspiel-Apps nicht als Beschäftigungstherapie genutzt werden sollten.

In der Lernspiel-App derElefant können Eltern die Spielzeit ihres Kindes im Auge behalten. Im separaten Infobereich für Eltern befindet sich der Elefantenwecker mit dem man die individuelle Spielzeit einstellen kann. Nach der Hälfte der vergebenen Zeit ertönt ein Signal und die Kinder werden darüber informiert. Nach Ablauf der Zeit verfärbt sich das Bild und es ertönt ein Signal worüber die Kinder informiert werden, dass nun die Spielzeit vorbei ist. Jedoch schließt sich die App nicht automatisch, dies müssen die Eltern manuell durchführen.

Lernerfolg durch die Nutzung von Lernspiel-Apps

Lernspiel-Apps können durch die sinnvolle Nutzung anhand ihrer Inhalte Kinder in ihrer Entwicklung fördern. Dies wird durch das spielerische Auseinandersetzen erreicht. Um dies zu erlangen, sollte immer der Spaß im Vordergrund stehen.

In der Lernspiel-App derElefant werden neben Konzentration und Reaktionsvermögen, auch die Feinmotorik, sowie die Sinneswahrnehmung (auditiv, visuell und taktil) gefördert. Die App lässt sich deshalb bei Berücksichtigung der Nutzungsregeln als pädagogisch sinnvolle Ergänzung zum freien Spiel einsetzen.

Regeln im Überblick

  • Altersfreigabe und werbefreie Apps wählen

  • In-App-Käufe vermeiden

  • Download und Installation ist Elternsache

  • Eltern sollten Apps vorher Überprüfen und Testen

  • gemeinsames Testen

  • Eltern sollten ihre Kinder bei der Benutzung von Apps begleiten

  • Apps sind keine Beschäftigungstherapie

  • altersgemäße Nutzungszeiten einhalten

  • bewusste medienfreie Zeiten einführen

  • Spaßfaktor soll im Vordergrund stehen!!

 

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Wilma Wochenwurm

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